Logopädie

Logopädie = medizinisch / therapeutische Behandlung, die alle Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen in jedem Alter behandelt

Logopädie ist ein Teil der medizinischen Grundversorgung und beschäftigt sich mit Menschen, die in ihrer Kommunikation oder der Nahrungsaufnahme eingeschränkt sind.

Logopädie beinhaltet die Untersuchung und Behandlung von Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen.

Ziel der logopädischen Therapie ist die Erhaltung, der Aufbau und die Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit, bzw. der oralen Nahrungsaufnahme.

Sie benötigen ein Rezept Ihres Arztes (Hausarzt, HNO-Arzt/Phoniater, Kinderarzt, Zahnarzt oder Neurologe). Nach der ersten Untersuchung durch den Facharzt oder Allgemeinarzt kann dieser beim Vorliegen entsprechender Symptomatiken eine logopädische Heilmittel-Verordnung ausstellen.

Bitte achten Sie darauf, dass das Rezept (Ausstellungsdatum) nicht älter als 28 Tage ist.

Die Behandlungen finden in der Regel in den Räumen der jeweiligen Praxis statt, der Arzt kann jedoch in medizinisch begründeten Fällen eine Therapie auch als Hausbesuch verordnen.

1. Erstgespräch mit ausführlicher Diagnostik
Nach einem ausführlichen Erstgespräch untersuchen wir anhand einer gezielten Diagnostik die sprachlichen Fähigkeiten wie Artikulation, Wortschatz, Grammatik, Sprachverständnis, Schreib- und Leseleistungen sowie die Atem-, Stimm- und Schluckfunktionen unserer Patienten.

2. ausführliche Beratung und gemeinsame Erstellung eines individuellen Therapieplans
Unsere Patienten und deren Angehörige werden von uns ausführlich über die Ursachen und mögliche Auswirkungen der vorliegenden Sprach-, Sprech-, Stimm- oder Schluckstörungen aufgeklärt.
Außerdem werden die zum Einsatz kommenden Therapiemethoden erläutert und der Therapieplan mit Ihnen besprochen.

3. Beginn der Behandlung
Die logopädische Behandlung enthält spezifische Übungen, Gespräche zum Therapieverlauf und Anleitungen zum selbstständigen Üben. Besonders wichtig ist uns die Einbeziehung der Angehörigen in die Therapie.

  • Die Therapie wird meist in Einzelsitzungen durchgeführt und dauert je nach Verordnung 30, 45 oder 60 Minuten
  • Die Therapie findet 1-3 Mal pro Woche statt
  • Die Anzahl der Behandlungen ist abhängig von der Verordnung Ihres Arztes
  • Am Ende jeder Behandlung findet ein kurzes Angehörigengespräch statt in dem die Therapieinhalte sowie die Hausaufgaben besprochen werden
  • Eine Therapie kann auch als Hausbesuch erbracht werden. Sie muss aber ausdrücklich vom Arzt aufgrund medizinischer Notwendigkeit verordnet werden.

Dyslalie ( Störungen der Aussprache)
Sprachentwicklungsstörungen
Dysgrammatismus (Störungen der Grammatik)
Eingeschränkter Wortschatz / Störungen im Sprachverständnis
Näseln / Rinophonie
LKG (Lippen-Kiefer-Gaumenspalte)
• Durch Hörstörungen bedingte Auffälligkeiten
Störungen der auditiven Wahrnehmung (AVWS)
• Störungen im Rahmen von Mehrfachbehinderungen
• Myofunktionelle Störungen
• Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) / Legasthenie
• Aphasie
Dysarthrie / Dysarthrophonie
Sprechapraxie
• Dysphagie
Fazialisparese
• Stimmstörungen
• Stottern und Poltern
Laryngektomie
Trachealkanülen
Cochlea Implantat – CI

Dyslalie ( Störungen der Aussprache)
Von einer Artikulationsstörung / Dyslalie spricht man, wenn einer oder mehrere Laute nicht korrekt gebildet oder fehlerhaft eingesetzt werden. Bei einer phonetischen Aussprachestörung (Lautbildungsstörung) kommt es zu einer inkorrekten Bildung des Lautes, aufgrund von artikulationsmotorischen Schwierigkeiten. Eine phonologische Aussprachestörung (Lautverwendungsstörung) besteht, wenn der Laut korrekt gebildet werden kann, jedoch innerhalb eines Wortes falsch eingesetzt wird. 

Sprachentwicklungsstörungen und Sprachentwicklungsverzögerungen
Als Sprachentwicklungsstörung bezeichnet man eine nicht altersgemäße Entwicklung der sprachlichen Fähigkeiten eines Kindes. Hierbei kommt es zu Auffälligkeiten in den Bereichen Sprachverständnis, Lauterwerb, Wortschatz, Grammatik und Kommunikation.

Dysgrammatismus (Störungen der Grammatik)
Ein Dysgrammatismus äußert sich beispielsweise durch das Verdrehen oder Weglassen von Satzteilen, Verwendung falscher Artikel oder falscher Mehrzahl. (z.B. „der Haus groß ist“, „ich heute Spielplatz gehen“).

Eingeschränkter Wortschatz / Störungen im Sprachverständnis
Der Wortschatz bezeichnet alle dem Kind bekannten Wörter. Hierbei unterscheidet man zwischen den Wörtern, die das Kind benutzt und was es benennen kann (aktiver Wortschatz)  und den Wörtern, die das Kind versteht und zeigen kann (passiver Wortschatz). Ein eingeschränkter Wortschatz zeigt sich durch Probleme beim Benennen, sowie durch das Zeigen auf die gemeinten Gegenstände.

Näseln / Rhinophonie
Hierbei kommt es zu einer Störung des Stimmklangs durch eine zu geringe oder übermäßige Nutzung der Nasenresonanz. Bei dieser Störung ist häufig die Artikulation bestimmter Laute beeinträchtigt. Stimmklang und Sprechdeutlichkeit sind davon beeinflusst.

Durch LKG (Lippen-Kiefer-Gaumenspalte) bedingte Störungen
Bei einer Lippen-Kiefer-Gaumen-Segel-Fehlbildung kommt es meist zu Veränderungen der Sprechatmung, des Stimmklangs sowie der Aussprache.

Durch Hörstörungen bedingte Auffälligkeiten
Da ein gutes, intaktes Hörvermögen Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Sprachentwicklung ist, kann es bei Hörstörungen zu Auffälligkeiten auf den sprachlichen Ebenen Artikulation, Grammatik, Wortschatz und Sprachverständnis kommen.

Störungen der auditiven Wahrnehmung (AVWS)
Bei einer auditiven Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörung ist das Wahrnehmen von akustischen Reizen sowie das Unterscheiden, Wiedererkennen und Auswerten von akustischen Signalen nicht oder nur eingeschränkt möglich. Das Kind kann gehörte Informationen nicht korrekt oder nicht vollständig verarbeiten. Das Hörorgan ist hierbei funktionsfähig.

Störungen im Rahmen von Mehrfachbehinderungen
Bei Mehrfachbehinderungen wie Syndromerkrankungen (Trisomie-21, Rett-Syndrom), neurologischen Erkrankungen oder Cerebralparesen können mehrere Entwicklungsbereiche betroffen sein. Häufig zeigen sich Störungen der Stimmgebung, der Sprechmotorik, der Sprache und des Schluckens.

Myofunktionelle Störungen
Bei einer myofunktionellen Störung liegt meist ein muskuläres Ungleichgewicht der Gesichts- und Mundmuskulatur vor. Häufig besteht zusätzlich eine Kieferfehlstellung, ein unphysiologisches Schluckmuster oder eine fehlerhaften Zungenruhelage.

Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) / Legasthenie
Eine Lese-Rechtschreib-Störung (LRS) liegt vor, wenn ein Kind anhaltende und erhebliche Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben hat. Dies ist nicht auf mangelnde Unterrichtung, mangelnde Intelligenz oder auf eine körperliche Erkrankung (Seh- oder Hörstörung) zurückzuführen.
Es zeigen sich Fehler beim Wortlesen, eine herabgesetzte Lesegeschwindigkeit sowie Schreibfehler („fan“ statt „fahren“)
Die logopädische Einzelförderung findet unter ganzheitlichen Aspekten statt. Unter anderem werden Übungen zur Verbesserung der Aufmerksamkeit und Konzentration durchgeführt. Es erfolgt ein gezieltes Training der Wahrnehmungsfunktionen, sowie ein Lese- und Rechtschreibtraining, welches die Betroffenen auf ihrem Leistungsstand abholt und fördert. Die LRS fällt nicht in den Leistungskatalog der Krankenkassen und fällt somit nicht unter die Überschrift der “Therapie”, sondern zählt als “Förderung”.

Aphasie
Eine Aphasie tritt als Folge einer Hirnschädigung durch Schlaganfall oder Trauma auf und kann die Bereiche Sprechen, Verstehen, Schreiben und Lesen betreffen.

Dysarthrie / Dysarthrophonie
Eine Dysarthrie oder Dysarthrophonie ist eine erworbene neurogene Sprechstörung, die durch eine Schädigung des zentralen oder des peripheren Nervensystems verursacht wurde. Hierbei handelt es sich um eine Störung der Lautbildung / Artikulation, jedoch können auch Atmung, Sprechmelodie und Stimmgebung mitbetroffen sein.

Sprechapraxie
Bei einer Sprechapraxie ist die Planung von Sprechbewegungen gestört. Die Bereiche Artikulation, Sprechmelodie und Sprechrhythmus können gestört sein. Der Betroffene ist motorisch nicht in der Lage, das was er sagen möchte zu artikulieren.

Dysphagie
Eine Dysphagie ist eine Schluckstörung, die meist bei neurologischen Erkrankungen, nach Hirnschädigungen oder organischen und funktionellen Veränderungen auftritt. Hierbei verschlucken sich die Betroffenen häufig, oder können die Speisen im Mund nicht mehr richtig kontrollieren.

Fazialisparese
Hierunter versteht man eine Schwäche oder Lähmung der Gesichtsmuskulatur, welche vom Fazialisnerv versorgt wird. Die Symptome sind je nach Ort der Schädigung unterschiedlich. Meist hängt der Mundwinkel auf der betroffenen Seite nach unten, das Auge kann nicht geschlossen und die Stirn kann nicht gerunzelt werden. Es kann auch zu Gefühlsstörungen und Einschränkungen beim Schmecken kommen.

Stimmstörungen
Bei einer Stimmstörung (Dysphonie) liegt eine funktionell, organisch oder psychisch bedingte Störung der Stimme und / oder der Sprechatmung vor.

Eine Stimmstörung ist z.B. durch eine Einschränkung der stimmlichen Belastbarkeit gekennzeichnet, häufig treten auch Heiserkeiten, ein Globusgefühl oder auch Räusperzwang auf. Betroffen sind häufig Menschen, die in sog. Sprechberufen (Lehrer, Erzieher, etc.) tätig sind. Aber auch Stress und psychische Belastungsfaktoren können stimmliche Probleme zur Folge haben.

Stimmstörungen (Dysphonien, Aphonien) können in allen Altersgruppen auftreten.

Stottern und Poltern
Eine Redeflussstörung (Stottern) liegt vor, wenn das Sprechen durch Blockierungen und/oder Wiederholungen von Lauten und Silben gehemmt oder unterbrochen ist. Begleitend kann es zu einem deutlichen Vermeidungsverhalten sowie mimischen und ganzkörperlichen Mitbewegungen kommen.

Poltern ist ebenfalls eine Störung des Redeflusses. Sie zeichnet sich durch ein überhastetes, unrhythmisches Sprechen und eine verwaschene bzw. undeutliche Aussprache aus. Es kommt zu Laut- und Silbenverschmeldungen. Stottern und Poltern können auch in Kombination auftreten.

Laryngektomie
Bei einem Stimmverlust nach einer Teil- oder vollständigen Entfernung des Kehlkopfes können alternative Sprechmethoden, wie die Ösophagusstimme (Speiseröhrenersatzstimme) oder der Umgang mit einer elektronischen Sprachprothese erlernt werden.

Trachealkanülen
Bei schweren Krankheitsverläufen ist in einigen Fällen eine Versorgung mit einer Trachealkanüle (TK) mit oder ohne maschineller Beatmung nötig. Bei vielen Patienten liegt zusätzlich eine schwere Schluckstörung vor. Das Sprechen mit einer Trachealkaüle ist zunächst kaum bis gar nicht möglich.
Bei einer vorübergehenden Versorgung mit einer TK kann dann das Ziel sein, den Patienten auf dem Weg zur Entfernung der Trachealkanüle (Dekanülierung) zu begleiten.

Cochlea Implantat – CI
Dies ist eine Hörprothese für Gehörlose oder stark hörgeschädigte Menschen. Wenn Sie ihr Gehör verlieren, übernimmt das CI die Funktionen des natürlichen Hörvorgangs im Innenohr und sendet elektrische Signale direkt an den Hörnerv in unserem Gehirn. Dadurch können Töne, Klänge und Sprache wieder gehört werden. Aufgrund des veränderten Höreindrucks, wird in der logopädischen Behandlung ein speziell auf den Patienten angepasstes Hörtraining auf sprachlicher und nichtsprachlicher Ebene durchgeführt.

Nehmen Sie gerne über das Formular direkt Kontakt zu uns auf. Oder Sie schreiben uns eine Mail an info@logopaedie-hahn.com. Wir freuen uns über Ihre Nachricht und antworten Ihnen selbstverständlich auf Ihre Anfrage.

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